Pausen helfen dem Publikum das Gehörte zu verdauen und dem Redner-in dabei, Spannung zu erzeugen.
Das Geheimnis ist die Stille auszuhalten zu genießen und in Kontakt mit dem Publikum zu bleiben.
Wie der Angler, der seine Schnur auswirft und gebannt auf den Schwimmer blickt, bleiben wir mit unsichtbarem Faden mit unserem Publikum verbunden. In Spannung. Aufmerksam. Wissend, dass es weitergeht.
Pausen sind vor einer wichtigen Botschaft einsetzbar um die Spannung auf ein Ziel hin zu steigern oder danach, um die Aussage nachwirken zu lassen.
Wir haben unser Umsatzziel heuer nicht nur erreicht, sondern verdoppelt. Pause.
In Zahlen heißt das: 1.000.000.000
Oder:
Wir haben unser Umsatzziel heuer verdoppeln können. In Zahlen ausgedrückt heißt das: Pause
1.000.000.0000
Wichtig ist, dass wir die Pause gezielt setzen und wissen wie es danach weitergeht. Dann haben wir eine sogenannte „gefüllte“ Pause gesetzt. Auch die richtige Betonung ergibt sich so von selbst-wir halten den Satz offen und sprechen erst am Ende auf Punkt, also gehen mit der Stimme erst am Ende wieder runter.
Zielführend ist an den Inhalt und die Sprechabsicht dahinter zu denken und nicht an die Betonung. Denn: Ist die Absicht klar, stimmt auch der Tonfall und Sprechduktus.
Du kannst das mit einer einfachen Übung ausprobieren:
Lies einen Absatz aus der Zeitung laut vor und mache an möglichst vielen Stellen im Satz eine Pause, die hältst du 3 Sekunden lang (einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig) und blickst dabei in dein reales oder imaginiertes Publikum. Halte die Spannung dabei und beende erst beim Punkt die Sinneinheit, den Satz.
Halte die Stille während der 3 Sekunden aus und genieße es deine Zuhörer an der Angel zu haben. Führe und verführe Sie deinen Worten zu lauschen.
Dann wird sprechen zum Erlebnis!
In der realen Vortragssituation setzt du die Pausen deinem Inhalt und deinen Absichten gemäß, und die Länge bestimmst du. Die 3 Sekunden gelten nur fürs Üben!
Viel Spaß beim Ausprobieren!