Die Welt der Improvisation

Eine Basis für das Frei Sprechen!
Improvisieren bedeutet das Unvorhergesehene tun, also sich selbst zu überraschen.

Du bekommst ein Stichwort und beginnst frei darüber zu reden. Noch konkreter: du bekommst ein Thema und trittst als Experte, der alles darüber weiß. Zum Beispiel Experte für Seide. Das Gefühl alles zu wissen ist das Entscheidende dabei, wirklich wissen (über das Thema) musst du gar nichts, denn du bist eingeladen alles zu erfinden und zu übertreiben.

Die Übung heißt die Expertenrede.

Im Blog „Die Kraft der Emotion“ liest du, wie Begeisterung dich trägt, nutze das auch bei dieser Übung. Du hast 3 Minuten Zeit, die du füllen und in denen du deine Zuhörer begeistern sollst. Die Begeisterung setzt bei dir an.

Es ist hilfreich beim Improvisieren, alle Quellen zu nutzen, die wir haben. Unsere Fantasie und Vorstellungskraft, unseren Körper, die Umgebung in der wir sind.

Beginne wo du stehst, egal womit. Mache das erste was dir einfällt größer, indem du es beschreibst, geh von Moment zu Moment. Jedes Detail führt dich einen Schritt weiter. Sieh das, worüber du sprichst bildlich vor dir, spüre in deinem Körper, wie du es betrachtest, wie du es berührst oder schmeckst, nutze alle deine Sinne. So kannst du dich selbst inspirieren.

Übertreiben hilft, reize den Moment der Beschreibung aus in dem du dein Bild größer und größer machst, immer mehr heranzoomst, dass du förmlich ins Geschehen hineinkippst (“…die Seidenraupe hat kleine Speichelfäden, die ziehe ich sanft aus ihrem Maul, der Faden wird länger und länger, er fühlt sich weich an und samtig, wickelt sich um meinen Finger und plötzlich spüre ich Seidenfasern auf meiner Haut…“) – wenn das Bild „voll“ ist und ausgereizt wirst du automatisch zum nächsten Bild kommen, ohne darüber nachdenken zu müssen. Das Tun führt dich.

Das ist das Geheimnis der Improvisation, du wirst geführt, wenn du dich einlässt.

Das ließe sich auch rein körperlich erleben, man kann auch Bewegungsabläufe improvisieren, stumm. Nach dem gleichen Prinzip: übertreiben, größer machen und so von einem zum nächsten kommen. Die Ideen liefert unser Körpergedächtnis. Eine Bewegungsperformance – vielleicht Thema für einen weiteren Blogartikel.

Während du sprichst beschreibst und dich voll aufs Thema einlässt, arbeitet natürlich auch dein Gehirn auf Hochtouren. Jeder Eindruck wird verarbeitet und zu bisherigen Erfahrungen hinzugefügt.

Es hilft, von Zeit zu Zeit einen Schritt zurückzutreten, auf das bereits Geschaffene zu blicken und so einen Blick von außen auf deine Erzählung zu werfen („die Seide, die so aus den Speichelfäden gewonnen wurde, liegt zu riesigen Ballen gewickelt in der Halle. Der Stoff meines Seidenhemdes fühlt sich weich an auf der Haut, ich spüre noch einen Tropfen Speichel meiner Lieblingsraupe am Hemdkragen…“).

So entsteht Schritt für Schritt deine Geschichte.

Am Ende wirst du bemerken, dass sie sogar einen roten Faden – Stichwort Seide 😉 hat, an den du gar nicht gedacht hast beim Reden.

Unser Gehirn ist gewohnt zu assoziieren, lasse ihm seine Arbeit tun und ernte die Früchte!

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