Wie Wut die Nervosität besiegt

Bist du schon mal so richtig in Rage geraten?
Hast du dann noch Zeit und Platz für Angst gehabt?

Oder im Zustand der Verliebtheit? Wohl nicht, oder? 🙂

Emotionen versüßen uns das Leben, geben uns Gestaltungskraft und unseren Aussagen mehr Farbe. Dass sie auch Nervosität vertreiben können, ist ein willkommener „Nebeneffekt“.

Das Feedback eines Workshop Teilnehmers zu einer Übung machte es deutlich: Wut ist Kraft, Wut ist Ausdruck und eliminiert die Nervosität im ursprünglich angstbesetzten Auftritts-Zustand.
Es gibt also auch positive, verwertbare Aspekte von Wut: Kraft, zielgerichtetes Handeln, kein Zögern.

Nur, dass wir uns richtig verstehen: ich rede hier nicht der Gewalt das Wort, sondern versuche Aspekte von Wut darzulegen, die wir uns zunutze machen können, ohne uns oder jemand anders zu schaden!

Das Geheimnis ist die Kraft, die hinter der Wut steht, die wollen wir nutzen.

Ganz einfach gelingt das mit folgender Übung: Nimm dir einen Übungstext, einen Zeitungsartikel zur Hand und lies ihn mit großem Ärger vor. Nimm jedes Wort als Argument für deine Wut und drück sie über die Sprache aus. Egal, ob es zum Inhalt passt oder nicht. Denn der Text ist nur das Material, das von deiner Sprechabsicht geformt wird und so inhaltliche Ausrichtung und Bedeutung erfährt.

Beispielsatz: Das Wetter morgen wird schön. (Gedanke drunter liegend: So eine Frechheit!)
Und schon hast du die Wut in dir und die dementsprechende Betonung der Worte ergibt sich automatisch.

Du stellst die Atmosphäre in dir her und transportierst sie über den Text. Das gelingt über einen Gedankenimpuls, der dich wütend macht. Das kann ein ärgerliches Ereignis sein das du erinnerst oder einfach ein Satz/Wort, der/das die Wut auslöst.

Bemerke, wie du die Gestaltung deines Vortrag mit der Emotionalität zu genießen beginnst.

Mein Workshop Teilnehmer meinte nach dieser Übung vor Publikum, er hätte in diesem Moment seine Redeangst komplett vergessen.

Was war passiert?

Es ist so einfach – mit der Wut gehst du über Grenzen, verlässt die Komfortzone und bündelst deine Energie gegen ein Ziel – den Textinhalt.
Plötzlich ist für die Angst kein Platz mehr, weil du fokussiert bist, unterstützt durch eine starke Kraft. Diese macht klar, entschlussfreudig und aktiv.

Nach der Übung darf gelacht werden und die Wut wieder abgelassen werden.
Du hast die Emotion durch Gedanken bewusst kreiert und kontrolliert.
Jetzt steigst du wieder aus.

Du kannst den Text dann noch begeistert und zuletzt in neutraler Haltung vortragen, als Ausgleich.

Große Begeisterung ist die positive Kraft, die dich grundsätzlich beim Vortragen tragen sollte. Lies dazu meinen Blog „Die Kraft der Emotion oder wie Begeisterung zum Motor wird“!
Aber zum Veranschaulichen und um der Auftrittsangst mal ein Schnippchen zu schlagen, ist die Übung mit der Wut sehr hilfreich.
Und sie hilft dir Raum zu nehmen, falls du zu den zurückhaltenden Menschen gehörst.

Entdecke, wie du diese Erfahrung – im geschützten Rahmen erlebt – mitnimmst in deine Auftrittssituationen.

So wirst du mithilfe der Erinnerung an die erlebte Souveränität in der Übung, auch ohne Wutausbruch, sicher.

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